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RAMADANBRIEF 07-1432

 

Liebe Geschwister,

assalamu alaikum wa rahmatullah wa barakatuh.

 

Welch schöne Tage und Nächte haben wir in der Vergebung genossen. Hat ALLAH, der Erhabene, uns unter den Menschen, die Er bis jetzt von der Strafe des Feuers befreit hat, ausgewählt? Haben wir das gespürt?

Wenn ja, dann möchten wir unsere Dankbarkeit zeigen, mit mehr Nähe und Bittgebeten.

Falls nein, dann haben unsere Bittgebete zur Vergebung und unsere Reue noch nicht ausgereicht. Dann müssen wir uns mehr anstrengen. Es sind noch ein paar Stunden bis zum Ende des zweiten Drittels der Vergebung.

Haben wir nicht schon erlebt, dass ein Siegestor in letzter Minute geschossen wird? Das ist kein Tor des Zufalls, sondern der Anstrengung.

Haben wir nicht erlebt, dass das zweite Pferd beim Pferderennen in den letzten Sekunden den Sieg für seinen Besitzer holt? Das ist auch kein Zufall, sondern die Krönung des Trainings, das Vertrauen und die Harmonie zwischen Pferd und Reiter.

 

Wie sieht es aus? Werden wir den Sieg in den letzten Tagen und Nächten holen?

 

Bleiben wir beim Punkt „Harmonie“.

Wir waren beim sechsten Brief gerührt, dass ALLAH, der Erhabene, sich vergebend zu uns wendet. Aber das ist nur ein Teil der Liebe ALLAHS zu uns. Wisst ihr, liebe Geschwister, ALLAH, der Erhabene, macht mit uns mehr als das! Er wartet sehnsüchtig auf diesen Moment. Wer das nicht glaubt, soll bitte den Koran aufschlagen: Sure Al-Nisa „Die Frauen“ in der Folgendes steht: والله يريد أن يتوب عليكم (النساء 27):--> *Und Allah möchte, dass Er sich euch vergebend zuwendet (4:27)“.

Bitte den Satz noch einmal durchlesen. Und noch einmal. Und mehrmals.

Später bitte auswendig lernen!

ALLAH… möchte: Wenn ALLAH etwas will, kann er dies befehlen- sei und es ist. Was ist das Hindernis, warum ALLAH dies nicht auch jetzt tut?

Nichts! Oder besser gesagt: nur wir!

Wir haben die Reue noch nicht getätigt. Und bis dahin wartet ALLAH darauf. Und so können wir den zweiten Khalifen Omar ibn al-Khattab-Friede auf ihm- verstehen, als er sagte: إني لا أحمل هم الاستجابة، ولكني أحمل هم الدعاء: Ich mache mir keine Sorgen um die Annahme des Bittgebetes, sondern ich mache mir Sorgen über das Aussprechen der Bittgebete.“. Es stimmt. ALLAH, der Erhabene, hat uns beruhigt, وإذا سألك عبادي عني فإني قريب أجيب دعوة الداع إذا دعان (البقرة 186)à

* Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft (2:186)“. Diese direkte Erhörung des Rufes ist ein Ergebnis der Taten des Rufenden, da ALLAH, der Erhabene, dies im gleichen Vers zur Bedingung macht: فليستجيبوا لي وليؤمنوا بي لعلهم يرشدونà

*So sollen sie nun auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie besonnen handeln mögen“.

Worauf warten wir dann noch?

Bismillah, wir müssen sofort mit dem Prozess der wirklichen Reue anfangen, damit wir die Vergebung erreichen.

  • Unsere Absicht/Niyya soll rein für Allah sein
  • Unsere Reue von den Sünden, die wir begangen haben
  • Unser Glaube, dass ALLAH, der Erhabene, alle Sünden vergibt, da Er Der Allvergebende, Der Barmherzige ist: قل يا عبادي الذين أسرفوا على أنفسهم لا تقنطوا من رحمة الله، إن الله يغفر الذنوب جميعا، إنه هو الغفور الرحيم (الزمر 53)à

*Sag: ´O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit. Gewiss, Allah vergibt die Sünden alle. Er ist ja der Allvergebende und Barmherzige (39:53)“.

  • Entschluss zur Umkehr und der Beweis unserer Wahrhaftigkeit durch unsere guten Taten: وإني لغفار لمن تاب وآمن وعمل صالحا ثم اهتدي (طه 82)à

*Und Ich bin wahrlich Allvergebend für denjenigen, der bereut und glaubt und rechtschaffen handelt und sich hierauf rechtleiten lässt (20:82)“.

  • Schadensersatz bzw. Schadensausgleich
  • Gute Taten für unsere Mitmenschen und die Nachsicht unsererseits für deren Fehler uns gegenüber
  • Das Vertrauen, dass ALLAH Sein Versprechen halten wird und uns vergeben wird, egal wie viele Sünden wir begangen haben, denn

 إن ربك واسع المغفرة (النجم 32)à

*Gewiss, dein Herr ist Allumfassend in (Seiner) Vergebung (53:32)“.

  • Die Freude über jedes Zeichen der Vergebung und die Dankbarkeit dafür.

 

Unsere Hindernisse könnten sein:

  • Unsere Schamgefühle ALLAH gegenüber, da wir für lange Zeit gesündigt haben. Diese Gefühle gehören zum Prozess der Reue und sind die Hilfe ALLAHS, dass wir die Schmerzen fühlen. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dies darf uns nicht von dem Rest des Prozesses abhalten.
  • Oder wir kamen reuig zu ALLAH, aber haben kein Zeichen der Vergebung gespürt. Ein, zwei oder drei Mal. Und unsere Geduld für die Reue hat nicht für das vierte Mal ausgereicht. Und warum fasten wir? Ist dies nicht die große Geduld-Saison des Jahres? Und jedes Jahr kommt der Monat wieder, da die Geduld aufgebraucht sein könnte, dann können wir erneut Geduld auftanken. Jeder, der einen Tank auffüllt, weiß dass der Tank  wieder leer wird. Jeder, der einen Akku lädt, weißt dass der Akku schwächer wird. Keiner hat deswegen den Tank nicht gefüllt oder den Akku nicht geladen.
    Und der Monat Ramadan soll unsere Geduld mehren, da wir diese im Leben brauchen. (Über die Geduld sprechen wir beim nächsten Brief, inshA).
  • Oder die Krankheit des Verschiebens. Leiden wir nicht darunter:
    dass wir beten möchten,… aber inshA später
    dass wir Sadaqa spenden möchten,… aber inshA später
    dass wir den Koran lesen möchten,… aber inshA später
    dass wir mit dem Rauchen aufhören möchten,… aber inshA später
    dass wir heiraten möchten,… aber inshA später
    dass wir unsere Eltern besser ehren möchten,… aber inshA später
    und die Liste kann endlos sein.
    Bei der Reue und der Suche nach Vergebung darf uns diese Krankheit nicht abhalten…
    Es ist unsere Chance: Es ist der außergewöhnliche Ramadan 1432/2011.
  • Oder denken wir, dass unsere Sünden klein sind und keine Reue verlangen und eine Vergebung automatisch wäre?
    Soll ich euch Etwas sagen? Dieser Gedanke allein ist schon reuebedürftig und vergebungsbedürftig. Warum?
    Weil die Größe eines Fehlers nicht beim Fehler allein zu finden ist, sondern da zu suchen ist, gegen den wir den Fehler begangen haben.
    Eine Fehltat gegenüber einen Freund ist nicht das Gleiche wie gegen einen Polizisten,
    ein falsches Wort gegen den Bruder ist nicht wie gegen die Eltern,…
    Und die Sünde ist gegen ALLAH begangen worden,… Wie gewaltig ist der Fehler in diesem Moment?
    Verdient nicht jede  Sünde unsere Reue und die Suche nach der Vergebung?
  • Die Geduld ALLAH, des Erhabenen mit uns. Obwohl wir seit langer Zeit sündigen, hat ALLAH uns nicht bestraft.

يا أيها الإنسان ما غرك بربك الكريم (الانفطار 6)à

*O Mensch, was hat dich hinsichtlich deines edelmütigen Herrn getäuscht (82:6)“. Diese große Geduld soll ein Beweis für Seine Größe und Seine Barmherzigkeit sein. Mit der Größe ist auch die Strafe entsprechend und mit der Barmherzigkeit könnte auch Sein Zorn gewaltig sein. Möchten wir uns nicht vorher davor retten? Dafür ist nur die Reue mit der Suche nach der Vergebung notwendig.

 

„Wir möchten sofort reuig zu ALLAH zurückkehren, aber……“ höre ich manche Geschwister sagen!

Zu diesen Geschwistern sage ich, um die Reue schneller (am liebsten sofort) zu betätigen, müssen wir uns an solche Wahrheiten erinnern, die wir alle bereits kennen:

1)    Die Erkennung ALLAHS, Seine Größe und Seine Rechte

2)    Die Erinnerung an den Tod und an das Grab

3)    Die Erinnerung an den Jüngsten Tag und das Ergebnis danach:
Entweder das Paradies oder die Strafe der Hölle

4)    Das Erkennen der Folgen der Sünden im Dies- wie im Jenseits.

 

Liebe Geschwister!

Wir haben die Mitte des Monats erreicht! Eine Freude ist selbstverständlich da. Aber bitte seid ehrlich mit euch selbst!

Haben wir die Hälfte unserer Pläne bereits realisiert? Die ersten zehn Tage und Nächte haben wir ohne ausreichende Vorbereitung und Übungen empfangen, am Schluss haben wir dies gemerkt, aber es war zu spät. Plötzlich kamen die zweiten zehn Tage und Nächte und für die Vergebungswünsche war nicht ausreichend Reue da und wir haben versucht zu retten, was wir retten konnten. In Kürze stehen uns die Tage und Nächte der Befreiung von der Strafe des Feuers bevor und wir müssen uns noch mehr konzentrieren! Jede Sekunde wird kostbar sein. Nehmt eure Uhren mit Sekundenanzeiger und übt 60 Sekunden lang „SUBHANALLAH“ zu sagen. Nach meinem Tempo habe ich dies 40 Mal gesagt. Mathematisch macht das 40 Hassanat, im Ramadan werden diese verzehnfacht, dann 400, oder 700-fach berechnet, dann macht es 28.000 Hassanat; und ALLAH kann noch mehr belohnen. 28.000 geteilt auf die 60 Sekunden, macht über 450 Hassanat/Sekunde. Ist das nicht kostbar? In der Nacht mehr als am Tage! Im letzten Drittel der Nacht mehr als im ersten Drittel der Nacht! Wir haben die Gastfreundschaft für unsere Freunde und Nachbarn 20 Nächte lang geboten, können wir für unsere Hassanat die letzten zehn Tage und Nächte gastfreundlich sein?

Möge Allah, der Erhabene uns die Vergebung im zweiten Drittel des Ramadan für unsere Sünden schenken, sodass wir uns zu Ihm hinbewegen… Dabei bleiben wir standhaft, bis wir das Paradies erreichen!

Und möge Allah, der Erhabene, uns bei der Vorbereitung der letzten zehn Tage und Nächte behilflich sein. Wenn ER uns geholfen hat, möchte ER uns von der Strafe des Feuers befreien,….

 

Amin!

Wassalam

Ahmad Al-Khalifa

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