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RAMADANBRIEF 05-1432

 

Liebe Geschwister,

assalamu alaikum wa rahmatullah wa barakatuh.

 

Die erste zehn Tage und Nächte sind kurz davor, die Verantwortung an ihre folgenden zehn Tage und Nächte zu übergeben. Die Ersten waren mit der Barmherzigkeit Allahs gefüllt und die Nächsten werden inshallah die Vergebung mit sich bringen. Wir sollen den Ersten nicht nachtrauern, jedoch müssen wir unsere Taten dahin fokussieren, um die Vergebung zu verdienen.

 

Zurück zu unserem Motto: Außergewöhnlicher Monat Ramadan 1432/2011.

Wir haben –alhamdulillah- den Erfolg beim Fasten gespürt. Aber haben wir in diesen Tagen „ganz“ gefastet?

 

  • Was heißt hier „ganz“ fasten?
  • Gibt es überhaupt ein Teil-Fasten?

 

Ich meine mit dem „ganz“ Fasten das Fasten aller Sinneswahrnehmungen und Gedanken, nicht nur das Fasten von Essen und Trinken tagsüber.

Wie sieht es mit dem Hören aus? Früher hatten mir meine Eltern beigebracht, dass das Fasten auch bedeutet, kein haram zu hören und den Gesprächen von Fremden im Bus nicht zu lauschen. Wie schwierig so etwas in den gefüllten ägyptischen Bussen in Ägypten ist, in denen die Menschen wegen dem Straßenlärm auch laut reden, kann man sich vorstellen. Aber ich hatte es versucht und wenn ich Gespräche identifiziert hatte, versuchte ich mich abzulenken, damit mein Fasten nicht verdorben wird. Ich sage euch, fasten gegenüber dem Essen und Trinken ist viel einfacher als gegenüber dem Hören.

In Deutschland angekommen hatte ich bemerkt, dass es hier eigentlich einfacher wäre zu fasten, da die Menschen beim Gespräch in der U-Bahn fast flüstern. Aber andererseits habe ich bemerkt, dass andere Arten des „Lauschens in der modernen Zeit“ vorhanden sind: Was ist mit dem Fernseher? Wie sieht es mit dem Internet aus? Was denken wir über Facebook, Youtube und den Rest dieser gesamten Familie? Oder noch einfacher, was ist mit Handys- Blackberry und iPhone? Verderben sie auch das Fasten?

Die Gespräche im ägyptischen Bus waren zwangsläufig da und ich musste mich lediglich vom Lauschen ablenken. Aber diese modernen legalen Lauschmittel benutze ich freiwillig.

Nutze ich die Chance und nehme mir eine Pause bis Ende des Monats Ramadan. Kann ich mich beherrschen und mich dafür entscheiden, dass der außergewöhnliche Ramadan 1432/2011 ein Anfang für eine Selbstbeherrschung beim Konsum dieser Mittel wird? Amin!

Ein paar Geschwister haben ihre Facebook-Beziehung Anfang Ramadan auf Eis gelegt. Leider hat ein Teil von ihnen die Beziehung wieder belebt. Der Entzug hatte bei einem Bruder nicht länger als drei Tage angehalten. Was für eine Sucht!

 

Moment, das war alles nur zum Thema Hören. Und Sehen? Wie verhielt es sich früher und welche Gefahren begegnen uns heute?

Und das Gehen? Wohin, warum und mit wem? Welche Gefahren lauern heute auf uns?

Ist es schwer? Natürlich!

Und darum verspricht uns Allah das Paradies für das Fasten. Für das „ganz“ Fasten, wohlgemerkt. Haben wir den gesegneten Propheten Muhammad –Friede sei mit ihm- nicht sagen hören: من لم يدع قول الزور والعمل به، فليس لله حاجة أن يدع طعامه وشرابه à dt: „Wer sich nicht vom Lügen und den damit verbundenen Taten entfernt, so hat Allah kein Nutzen von dem Entsagen seines Essens und seines Trinkens.“

Ja, ALLAH hat davon keinen Nutzen. Hat ER nicht gesagt: كل عمل ابن آدم له إلا الصوم فإنه لي وأنا أجزي بهà „Jede Tat des Sohnes Adams kommt ihm zu Nutze, außer das Fasten. Es ist für MICH und ICH belohne ihn dafür“.

Allah belohnt uns, weil nur ER weiß, wie wir fasten und wie unsere Absicht ist.

Welch ein Verlust, wenn man den ganzen Tag fastet und zum Schluss des Monats leer ausgeht.

Die gleiche Frage wird auch von Menschen gestellt, die beten und trotzdem keine positive Änderung in ihrem Leben verspüren.

Ich stelle einmal den Zustand dieser Personen wie bei einem Tank dar. Der Tank hat oben ein paar Öffnungen, die man mit guten Taten füllen kann: Beten, Fasten, Almosen geben, Eltern ehren, Menschen Respekt gegenüber erweisen, Nachbarn mit Freundlichkeit begegnen, … usw. Selbstverständlich wird erwartet, dass der Tankstand konstant steigt.

Dies wäre schön, wenn da nicht die Löcher im Boden des Tankes wären. Einerseits wird der Tank gefüllt, und andererseits fließt alles heraus. Warum? Wegen der Sünden: Lügen, Stehlen, Gewalt, Zwang, Hinterhältigkeit, Betrug,… usw. 

Der Stand im Tank ist:

Die Summe der Löhne MINUS der Summe der Sünden.

  • Manche Menschen sind glücklich, weil der Tank nie leer ist.
  • Andere spüren, dass alles nutzlos ist. Trotz der guten Taten fühlen sie sich leer
  • Andere haben keine Anzeige über dem Stand im Tank und leben uninteressiert

Der menschliche Verstand erwartet, dass diese Person die Abflussrohre und Löcher dicht macht. Es dürfen keine Verluste erfolgen. Und da hilft uns das Fasten: Tagsüber auf Essen und Trinken verzichten, Selbstbeherrschung trainieren und sich immer weiter von den Sünden entfernen.

 

Ich habe in den letzten Tagen nach jedem Gebet versucht, eine Liste der Löcher zu erstellen. Leider konnte ich bis jetzt erst ein Drittel davon bekämpfen und stopfen. InshA auch nach Ramadan. Die Länge der Liste war und ist schockierend. Das hatte ich zuvor nicht wahrgenommen. Vermutlich hat mir das erste Drittel des Monats dabei geholfen.

Vor den Toren des zweiten Drittels (Vergebung) wünsche ich mir die Vergebung ALLAHS für all diese Löcher.

 

Kann man sich von den Sünden freikaufen? Kann ich dem Zorn ALLAHS entgehen?

Ja, alhamdulillah! Der Prophet –Friede sein mit ihm- hat uns gelehrt: الصدقة تطفيء غضب الرب“ „Die Spende löscht den Zorn des Herrn“.

 

Und vergesst dabei bitte nicht, dass wir den größten Herrn haben; Ihm gehören alle Mächte, im Himmel und auf Erden, im Dies- wie im Jenseits. Sein Zorn ist entsprechend seiner Größe und seine Barmherzigkeit und seine Vergebung ebenfalls. Gibt es eine bessere Chance als all diese Größen zu nutzen?

Mit dieser Größe möchte ALLAH uns die Chance geben, entsprechend belohnt zu werden:

  • Wir können unsere Fastenlöhne verdoppeln, wenn wir zum Fastenbrechen Fastenden etwas geben.
  • Auch wenn wir Personen zum Fasten verhelfen und motivieren, erreichen wir die gleichen Löhne…

 

Eine ganz wichtige Aufgabe für uns als muslimische Minderheit ist es, die islamische Gemeinde in Bewegung zu bringen. Die ersten Muslime waren in allen Lebensbereichen in Bewegung: Bewegung zu Gott, Bewegung zu Geschwistern, Bewegung zu den Menschen und Bewegung zum Frieden.

Wohin bewegen wir uns heute?

Bevor wir uns bewegen können, müssen wir uns unbedingt zuerst von den Fesseln der Sünden befreien.

Das beste Angebot von ALLAH bekommen wir jetzt, in dem zweite Drittel des Monats. Dann lasst uns, etwas dafür tun.

 

Möge Allah, der Erhabene uns im zweiten Drittel des Ramadans die Vergebung für unsere Sünden schenken. Sodass wir uns zu Dir, O ALLAH, bewegen… und dabei standhaft bleiben bis wir das Paradies erreichen!

 

Amin!

Wassalam

Ahmad Al-Khalifa

 

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