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RAMADANBRIEF 03-1432

Liebe Geschwister,

assalamu alaikum wa rahmatullah wa barakatuh.

 

Vielen lieben Dank noch mal für euere Kommentare. Von konstruktiver Kritik lebt die Verbesserung. Bitte seid nicht damit sparsam. Auch nicht in Ramadan!

Wir haben uns beim zweiten Brief darauf geeinigt, Ramadan-1432 einen besonderen Ramadan werden zu lassen. So möchten wir den Monat Ramadan zu einem Anlass verwenden, nicht nur unseren Glauben zu prüfen, sondern ihn auch zu messen.

Ich höre viele Geschwister sagen, Glaubensmessung! Geht das? Der Glaube ist im Herzen verborgen und niemand kann ihn messen.

Selbstverständlich haben meine Geschwister Recht. Aber nur „teilweise“. Warum?

 

Ganz einfach. Der Glaube hat mit Gefühlen nach dem Erreichen des Wissens zu tun. Der Glaube ist nicht mit Zweifeln identisch, wie das in bestimmten Sprachen der Fall ist. Darum spricht der Koran uns an:  فَاعْلَمْ أَنَّهُ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ   fa3lam annahu la ilaha illa Allah (Und wisse, dass es keinen Gott außer ALLAH gibt) (Sure 47:19) Wenn das Wissen vorhanden ist, dann ist es nur schwer oder fast unmöglich, dass der Zweifel einen Platz im Herzen findet.

Die Versuche des Teufels, dass an unserem Glauben gerüttelt wird, basieren in der Regel darauf, dass er den Zweifel durch Dialoge und unnötige Diskussionen in unser Wissen hineinschleichen lässt.

Aber Alhamdulillah! Wir haben einen Monat Pause von den Versuchen des Teufels, da er abwesend ist und in der Hölle seine gerechte Gefangenschaft absitzt. Aber auch dieser Genuss darf uns nicht zur Leichtsinnigkeit führen, weil der Teufel in weniger als vier Wochen wieder befreit wird. Dann wird er sich wütend und zornig mit voller Power an uns rächen.

Die Frage: Sind wir an diesem Tag so weit geschützt? Ist unser Wissen so weit gefestigt? Sind wir bereits immun gegenüber seinen Tricks? Oder sind wir geschwächt, weil wir es während dem Monat Ramadan verpasst haben, uns weiter zu bilden?

Ich weiß, dass es zur Zeit des Ramadan sehr schön ruhig ist. Viele Personen denken, ich fühle mich stärker und ich brauche nichts mehr zu tun. Schöne Gefühle, die leider irreführen! Unsere empfundene Stärke basiert lediglich auf dem Fehlen des Widerstands des Teufels. Es ist eine riesige Chance, sich in Ramadan weiterzubilden und seinen Glauben zu stärken. Sonst wird der Glaube schwächer und der Mensch wird gegen den wütenden Teufel verlieren.

Wer Beweise braucht, muss nur 30 Minuten vor den Moscheen in Deutschland die Menschen vor dem Festgebet am ersten Tag nach Ramadan beobachten.

Ramadan ist seit wenigen Stunden vorbei, wie viele Zigaretten werden jetzt konsumiert? Viel mehr als vor Ramadan!

-         Oder: die Rate der Familienauseinandersetzungen steigt rapide nach Ramadan.

-         Oder: wenn man die Scheidungsstatistiken überprüft, sind es mehr Fälle als im Monat Schaaban (vor Ramadan).

 

Ich wollte nicht über diese Probleme sprechen, aber diese kurze Schleife hat vielleicht deutlich gemach, dass der Glaube, das Wissen und der Schutz voneinander abhängig sind.

Den Schutz kann man bemessen, das haben wir bereits erkannt. Das Wissen wurde immerzu durch Prüfungen bemessen und immerzu in der Schule benotet.

Und der Glaube?

Vielleicht kann ich wirklich nicht den Glauben bemessen, aber zumindest sein Wirken. Der Prophet –Friede sei mit ihm- sagte uns: „Al-Iman ma waqara fil-qalb wa saddaqahu-l-3amal: Der Glaube ist, was sich im Herzen eingenistet hat und sich durch Taten betätigt“. Ja, wir können den Herzteil nicht sehen, aber der Tatenteil ist bemerkbar. Wir Menschen können die Taten bemessen.

Aber Allah, der Erhabene, kann die verborgenen Absichten erkennen und entsprechend noch mehr Glaube berechnen (wegen der guten Absichten) oder Taten ablehnen (wegen dem Fehlen der Absichten) oder vielleicht sogar dafür bestrafen (wegen der bösen Absichten).

Vor kurzem habe ich von einer Schwester (aus Bremen?) drei Listen bekommen. So genannte Checklisten. Eine für die täglichen Taten, eine für die monatlichen Taten und eine für die jährlichen Taten. Und jeder konnte die Fächer zur Erinnerung der Taten abhaken. Am Ende des Tages erkennt man, wo noch Nachholbedarf an guten Taten gefehlt hat. Entweder kann man diese heute oder morgen nachholen, oder es zumindest beabsichtigen, um diese am nächsten Tag nicht zu vergessen. Die Idee ist sehr interessant und ich werde versuchen, eine Druckgenehmigung von der Schwester zu bekommen. Dann kann ich euch die Listen zukommen lassen. Inshallah.

Jeder von uns kann seine eigenen Checklisten erstellen. Am Besten vor dem nächsten Iftar (Essen am Abend). Ich notiere meine Tagespflichten. Dann zeichne ich ein Sternchen neben die Stellen, die ich alhamdulillah regelmäßig mache. Und wo kein Sternchen ist, muss ich mir überlegen, ob ich das allein korrigieren kann oder brauche ich die Hilfe von Freunden, von der Familie oder vom Imam?

Je mehr Sternchen auf meiner Liste fehlen, desto mehr Löcher bleiben in meinem Seelensystem noch weiter offen. Diese Löcher lassen viele meiner Taten nutzlos heraus fließen oder fungieren wie Schlupflöcher, wodurch der Teufel später seinen Weg in mein Herz finden könnte. Eine allgemeine Restaurierung des Herzens in Ramadan schützt uns inshallah lebenslang.

Eine Überlieferung des Propheten Muhammad –Friede sei mit ihm- belehrt uns:

„Al-Iman yazid wa yankus: yazid beltaat, wa yakus belma3asi: Der Glaube mehrt sich und verringert sich: Mehrt sich durch den Gehorsam und verringert sich durch die Sünden“. Eine Art von Barometer könnte der Mensch für sich darstellen.

 

Alhamdulillah in Ramadan werden mehr gute Taten verrichtet und viel weniger Sünden begangen. Wirklich, alhamdulillah!

Wir bemerken auch, dass wir uns täglich bessern.

Manchmal machen wir uns Gedanken darüber, wie schön es wäre, wenn das ganze Jahr Ramadan wäre! Da haben wir Recht und wir haben auch die Pflicht dazu. Die Sahaba des Propheten haben ihre eigene Methode dazu gehabt: „6 Monate für Ramadan vorbereiten und sechs Monate danach verabschieden“ Und so lebten sie das ganze Jahr in der Atmosphäre des heiligen Fastenmonats.

 

Möge Allah, der Erhabene, uns in diesem Ramadan den Erfolg zukommen lassen, sodass wir mehr Löcher schließen können. Dann können unsere Taten mit der richtigen Absicht angenommen werden und wir werden dafür am Jüngsten Tag belohnt.

Amin!

Wassalam

Ahmad Al-Khalifa

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